Geschäftsführer der EMC Deutschland GmbH
„Kann passieren“ – das ist wohl kaum eine zufriedenstellende Antwort auf Vermögensverluste im Zeichen der Finanzmarktkrise oder auf den kriminellen Handel mit persönlichen Daten. „Kann passieren“, ist sicherlich auch nicht die adäquate Antwort, wenn der IT-Verantwortliche Rechenschaft darüber ablegen muss, warum Informationen für den Wirtschaftsprüfer nicht mehr auffindbar sind. Datenwachstum, Compliance-Anforderungen und die Reduzierung der Komplexität von Unternehmensprozessen sind Parameter, die den Umgang mit Informationen über Kunden, Produktionsprozesse, Fertigungsverfahren oder Marktanalysen grundlegend verändert haben.
Der CIO ist nicht mehr „nur“ Dienstleister im Unternehmen, sondern heute vor allem Berater. Er verfügt über branchenspezifisches Prozesswissen, erkennt frühzeitig den Nutzen der neuesten technologischen Entwicklungen und schafft zeitgleich die Grundlage dafür, dass Veränderungen durch Zukäufe oder Neuentwicklungen reibungslos erfolgen können. Nebenbei soll er noch Innovationen interdisziplinär vorantreiben, um die Geschäftstätigkeit des Unternehmens dauerhaft zu ermöglichen. Die Herausforderungen sind also beträchtlich.
Die weltweit kritische wirtschaftliche Lage in Verbindung mit dem Kollaps so vieler Finanzdienstleister wird voraussichtlich zwei wesentliche Konsequenzen haben: zum einen striktere Regularien und Compliance-Vorschriften seitens der Regierungen, zum anderen die Vorgabe, Transparenz und Berichtsfähigkeit in Bezug auf Informationen zu verbessern.
Geschäftsführungs- und Vorstandsebene sind heute schon gefordert, ihre Unternehmen auf diese Entwicklungen vorzubereiten. Dazu sind Regularien und Prozesse notwendig, die festlegen, wie Informationen kontrolliert, geschützt und gewinnbringend genutzt werden können. Information Governance, also der umsichtige und nachhaltige Umgang mit Informationen, wird zunehmend entscheidender, wenn es um die Bewertung der Unternehmensentwicklung geht. Dies wird jedoch häufig vernachlässigt.
Zu diesem Ergebnis kommt eine Studie der Intelligence Unit des Economist, die EMC in Auftrag gegeben hat. Untersucht wurde die strategische Bedeutung und der Umsetzungsgrad von Information- Governance-Strategien in Unternehmen. Hierbei geht es um den effizienten Umgang mit Informationen und um die formalen Regularien und Prozesse, wie Informationen im Unternehmen kontrolliert, nutzbar gemacht und geschützt werden.
Information Governance muss integraler Bestandteil der Diskussion um Corporate Governance sein. Unternehmen unterschätzen sowohl das Wertschöpfungspotenzial wie auch die erheblichen Risiken im Umgang mit ihren Informationen. Verschärft wird die Situation zusätzlich, wenn keine Instrumente existieren, mit denen diese Faktoren ausgewertet werden können.
Es stellt sich also die Frage, wie Unternehmen auf aktuelle und zukünftige Risiken vorbereitet sind vor dem Hintergrund der aktuellen Datenpannen und der globalen Finanzkrise. „Kann passieren“, genügt übrigens auch den Finanzanalysten nicht mehr. Sogenannte Key Performance Indicators, welche die DVFA (Deutsche Vereinigung für Finanzanalyse und Asset Management) entwickelt hat, werden künftig herangezogen, um die nachhaltige Entwicklung eines Unternehmens messbar zu machen. Denn auch sie versuchen ihre Bewertungen künftig auf sichereren Boden zu stellen, indem Firmen in den Bereichen Umwelt, Soziales und Governance durch standardisierte Messkriterien vergleichbar gemacht werden.
Damit ist klar: Information Governance wird zum integralen Bestandteil nachhaltigen Wirtschaftens und vielleicht eine Chance für den CIO, sich an die Spitze einer strategischen Entwicklung zu setzen. „Kann passieren“, ist jedenfalls keine Option.
„Ich gehe davon aus, dass sich der Dienstleistungsgedanke nachhaltig durchsetzen wird.“
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Ziel ist es mit wirtschaftlichem Sachverstand Standards zu setzen, um das Unternehmen auf künftiges Wachstum vorzubereiten, während man an anderer Stelle Einsparpotenziale nutzt. So legen zahlreiche Kunden schon heute den Grundstein für das virtuelle Rechenzentrum der Zukunft, um das Potenzial innovativer Ideen im eigenen Unternehmen zu heben.
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Information Governance, also der umsichtige und nachhaltige Umgang mit Informationen, wird zunehmend entscheidender, wenn es um die Bewertung der Unternehmensentwicklung geht.
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