Über Wunsch und Wirklichkeit von Cloud Computing
Cloud Computing ist zwar in aller Munde, aber noch nicht in allen Köpfen. Laut der US-Zeitschrift InformationWeek hat über die Hälfte aller IT-Experten kein Interesse an Cloud Computing oder weiß nicht, worum es dabei geht. Die Begriffsverwirrung hat verschiedene Gründe. Einer davon liegt darin, dass die fundamentalen Grundprinzipien des Cloud Computings nicht neu sind, sondern schon immer als Hosted Applications oder Outsourcing angeboten wurden. Doch Cloud Computing ist mehr und umfasst sowohl auf der Anwendungs- als auch auf der Infrastrukturseite erhebliche Erweiterungen.
Anwendungsseitig werden vor allem die vielen neuen Software-as-a-Service-Angebote dem Cloud Computing zugerechnet. Bekannte Beispiele sind Google Apps und Salesforce.com sowie die verschiedenen Storage-as-a-Service-Angebote wie Mozy und EMC Atmos onLine. Allen gemeinsam ist die Anwendungsperspektive. Das heißt, man nutzt einen IT-Service, ohne zu wissen, wie und wo dieser abgearbeitet wird.
Doch für den IT-Manager ist ein ganz anderer Blickwinkel wichtig: Wie kann ich die eigene Infrastruktur umgestalten, um selbst derartige Cloud-Angebote flexibel und kostengünstig zu generieren? Ziel ist es also, eine IT-Infrastruktur zu schaffen, die schneller an die Geschäftsbedürfnisse angepasst werden, die kostengünstiger betrieben werden kann und die einfacher zu managen ist. Dieses alles darf jedoch nicht zu Lasten der Sicherheit, der Compliance und internen Governance-Auflagen gehen.
Bei einer Infrastruktur, die das leistet, wird allgemein von Cloud Computing gesprochen – wobei es sich genau genommen erst um ein Cloud Enabeling handelt. Marktforscher sehen darin einen bedeutenden Zukunftsmarkt. So meint IDC, dass die Cloud-Nutzung innerhalb von Unternehmen von derzeit etwa 15 bis 25 Prozent innerhalb der nächsten drei Jahre auf 35 bis 45 Prozent ansteigen wird.
Virtuelle Architekturen auf allen Ebenen
Eine solche dynamische Infrastruktur braucht auf allen Ebenen im Rechenzentrum konsequent virtualisierte Architekturen. Kernstück ist ein virtuelles Betriebssystem, mit dem alle x86Server als umfassender Computing Pool verwaltet werden.
Diese Server-Virtualisierung muss durch eine neue Speicherarchitektur ergänzt werden, die allen virtuellen Maschinen parallel zur Verfügung steht. Die Dynamik des Cloud Computings stellt auch das Netzwerk vor neue Herausforderungen: Da in der virtuellen Welt keine fest zugeordneten Verbindungen existieren, müssen auch die klassischen Funktionen von Switches virtualisiert werden.
Doch all diese Entwicklungen werden dem Cloud Computing nur dann zum Erfolg verhelfen, wenn das Vertrauen der Anwender in die Sicherheit ihrer Daten und Prozesse gewonnen wird. Denn wer sensible IT-Funktionen in einer virtuellen Welt abwickeln lässt, muss sich darauf verlassen können, dass diese von niemandem eingesehen oder manipuliert werden können. Auch hier sind klassische Schutzmechanismen, die sich auf die Absicherung der Infrastruktur konzentrieren, unzureichend. Daher müssen die Informationen selbst durch starke Verschlüsselungs- und Authentifizierungstechnologien abgeschirmt werden.
Mit EMC, VMware, RSA und Cisco haben vier wichtige Player im Markt entscheidende und sich ergänzende Bausteine für eine solche Architektur vorgestellt. Analysten werten dieses gemeinsame Vorgehen als sehr positiv: „EMC und seine Partner haben erkannt, dass kein Anbieter alleine eine optimale virtuelle Infrastrukturumgebung schaffen kann. Erst die Kollaboration von Marktführern schafft eine ausreichende Basis, auf die sich die CIOs verlassen können“, sagt Charles King, Principal Analyst bei Pund-IT.
Cloud-Container verschieben
Doch diese geballte Infrastrukturerweiterung erlaubt noch keinen echten Cloud-Service. Dazu bedarf es einer weiteren Ebene: der Anwendungsvirtualisierung. Hierbei werden Server-Applikationen zusammen mit ihrer Middleware und dem Betriebssystem in einen „Apps-Container“ gepackt, der dann wahlfrei über die gesamte Infrastruktur verschoben und gestartet werden kann. Erst damit wird ein automatisches Load Balancing sinnvoll und lässt sich der Rechenzentrumsbetrieb weitestgehend automatisieren – das wiederum ist eine der wichtigsten Voraussetzungen für ein effizientes Cloud Computing.
An dieser Stelle lassen sich endlich auch die weiteren Begriffe „interne Cloud“, „externe Cloud“ und „geschützte Cloud“ erklären. Laut Joe Tucci, EMCs Chairman, President und CEO, ist eine interne Cloud nichts anderes als ein „normales“ Rechenzentrum, bei dem alle Virtualisierungsmöglichkeiten voll ausgeschöpft sind. Damit würden sich zwar bereits viele Service- und Management-Vorteile ergeben, aber leider noch nicht der wesentlichste Cloud-Vorteil: die dynamische Skalierung. Hintergrund dazu ist, dass in diesem Fall die gesamte Infrastruktur für die maximale Spitzenbelastung ausgelegt sein muss – auch wenn diese nur sehr kurzzeitig anfällt.
Erst wenn die Apps-Container bei Bedarf in eine „verlängerte Werkbank“ verschoben werden können, ergeben sich die vollen Vorzüge eines dynamischen Cloud Computings. In diesem Fall muss die eigene Infrastruktur nur für die Normalbelastung plus Sicherheitszuschlag ausgelegt sein – die restliche Kapazität wird aus der externen Cloud abgerufen. Dieser gesamte Prozess des föderierten Nutzens einer internen und einer externen Cloud nennt Joe Tucci dann eine „geschützte Cloud“. Und das sei die Zukunft des Rechenzentrumsbetriebes, bei dem die IT-Abteilungen schneller und flexibler auf die sich wandelnden Anforderungen der Business Units reagieren können.
EMC Forum 2009
Unter dem Motto „Das virtuelle und effiziente Rechenzentrum der Zukunft“ findet am 1. Und 2. September 2009 im CongressCenter in Frankfurt/Main das 8. EMC Forum statt. Der EMCKongress bietet Ihnen spannende Vorträge – unter anderem von Michael Hammerstein, Geschäftsführer EMC Deutschland GmbH, Chuck Hollis, Vice President and Global Marketing CTO der EMC Corporation, Rudolf Scharping, Bundesminister a. D. und Geschäftsführender Gesellschafter RSBK GmbH, und Bernd Wagner, Fujitsu Technology Solutions – zahlreiche Fach- und Anwendervorträge sowie eine begleitende Fachausstellung.
Mehr Details finden Sie unter www.emc2.de/forum09
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